Das beste Wilco-Album seit mehr als zehn Jahren: Jeff Tweedy wacht aus dunklen Träumen auf – und seine Band brilliert. „Star Wars“, das stachelige Wilco-Album aus dem vergangenen Jahr, hatte keine großen Songs, aber viele tolle Kunststückchen. Die Band, die jederzeit mit Gitarrenepen überwältigen könnte, wählte die kleine Form, machte das zweite Television-Album statt des ersten, zeigte einen Tarantino-Film auf dem iPhone statt in 70‑mm-Fassung auf Leinwand. Vielleicht wollten sie nicht noch einmal in die Sackgasse abbiegen, die „Wilco (The Album)“ 2009 wohl war, als sie zu sehr bei sich selbst blieben und darüber die Welt vergaßen. Eine Band, die sich für den Mittelpunkt des Universums hält, gibt ihrem neuesten Album jedenfalls nicht den lakonischen, von Harry Nilsson inspirierten Titel „Schmilco“.Mehr als die Hälfte der zwölf Songs sind nicht mal drei Minuten lang, und doch ist dies ein ganz anderes Tierchen als das ähnlich knapp bemessene „Star Wars“, es widmet sich nic...