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Es werden Posts vom Mai, 2011 angezeigt.

Jennifer Lopez - Love?

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Wenn Jennifer Lopez heute mit dem Rapper Pitbull, einem amerikanischen Kubaner, „On The Floor“ singt, wagt sie einiges: Das Stück zitiert „Lambada“ von Kaoma aus Paris, den Sommerhit von 1989. Damit wendet J-Lo sich auch an den Hörer über 40. Sie kommt an in ihrem eigenen Alter. Was für eine Schönheit, die vom Schönsein, Schmuckgestalten, Schauspielen und Singen lebt, als reife Leistung gelten darf. La Lopez offenbart auch, dass der Latinpop, den sie geprägt hat, immer eine Lüge war. Bereits „Lambada“ spielte in Brasilien, kam aber aus Frankreich und erwies sich als Plagiat des Stücks „Llorando Se Fue“ von einer Gruppe aus Bolivien, die Los Kjarkas hieß. Es ging im Latinpop nicht um den musikalischen Triumph der Dritten Welt. Wie immer ging es um den Spaß der Ersten Welt. Um Stringtangas und Tanzmusik. Auch bei Jennifer Lopez, der Puertoricanerin aus der New Yorker Bronx, in Songs wie „Jenny From The Block“, auf Alben wie „Como Ama Una Mujer“. Nachdem „Lambada“ mit dem ersten Lied v

22 Pistepirko - Lime green delorean

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Hierzulande eher unbekannt, sind 22-Pistepirkko (auf Deutsch 22-Punkt-Marienkäfer: ja, das Vieh gibt es wirklich!) in ihrer Heimat waschechte Stars und konnten auch international so einige Erfolge verbuchen. Nach ihrer mittlerweile 31-jährigen Bandgeschichte veröffentlichen die drei Finnen nun ihr 14. Studioalbum Lime Green Delorean. Ruhig, verträumt, sphärisch und leicht mystisch wird das Album mit Lights By The Highway eröffnet. Nicht nur der Opener, sondern auch die anderen Stücke sind recht lang: Spielzeiten von vier Minuten oder noch länger sind auf Lime Green Delorean keine Seltenheit. So schaffen 22-Pistepirkko musikalische Landschaften und Traumwelten, in die sie ihre Hörer entführen. Bester Beweis ist der zweite Song Dream 1987 – der Name ist Programm. Etwas pop-rockiger präsentieren sich Ufo Girl und Stupid, während So Much Snow sich als sexy Blues-Song anbietet, der ohne Wenn und Aber in jedem Tarantino-Film den perfekten Soundtrack abgäbe. Ruhig und entspannt geht es mit

The Head and the heart

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Kalkül und Pathos? Emotion und Intellekt? Herz und Kopf? The Head And The Heart mit ihrem selbstbetitelten Debüt. Dass die sechs Herrschaften aus unterschiedlichen Ecken Nordamerikas und musikalischen Umfeldern stammen, ist durchaus zu vernehmen; die Melange aus Americana-, Country- und Indiepop- Elementen, die sie auf ihrem selbstbetitelten Album angerührt haben, macht dies deutlich. Selbst ein paar Gospel-angelehnte Versatzstücke lassen sich in dem, unter anderem mit Cello, Violine, Klavier und akustischer Gitarre klassisch breit instrumentierten, Stücken finden. Stilistisch sind The Head And The Heart am ehesten mit Mumford And Sons zu vergleichen, minus die rockigeren Bestandteile. Opener des Albums ist das, nicht ganz zwei Minuten andauernde „Cats And Dogs“, das, von rauchigen Vocals, trockenem Beat, trockenerem Klavier und Schellenkranz getragen, den Hörer an der Hand nehmend, fröhlich nach vorn hüpft. "My roots have grown / But I don´t know where they are", wird man hi

The Chemical Brothers - Hannah Soundtrack

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Daft Punk hat es bei Tron Legacy getan. Trent Reznor bei The Social Network. Sigur Rós bei Ondine, Basement Jaxx macht es demnächst bei Attack the Block und nun tun es die Chemical Brothers bei Wer ist Hanna?: Sie versuchen sich als Filmmusikomponisten und das gar nicht schlecht! Fans der Elektropioniere werden sich schnell heimisch fühlen, wie bei einem Besuch von einem alten, vertrauten Freund. Aber sie klingen nicht zu klassisch. Vielleicht wollten Tom Rowlands und Ed Simons etwas experimentieren oder vielleicht legte Regisseur Joe Wright auch Temptracks von Sigur Rós vor. Auf jeden Fall geben sich die Chemical Brothers überraschend harmonisch und melodiös, fast so, als wären sie Brüder im Geiste der isländischen Slo-Mo-Rocker. Wer es härter mag und die guten alten Chemical Brothers hören will, soll zum Track “The Devil is in the Beats” vorspulen, da finden sich wieder alte Beats und Samples der Jungs aus London.Nicht, dass die chemischen Brüder es nötig hätten, doch jeder weiß, das

My Morning Jacket - Circuital

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Mit ihrem neuen Album „Circuital“ drehen sich My Morning Jacket aus den USA alles andere als im Kreis. Sie runden ihre Diskographie vielmehr ab und gehen noch einen Schritt weiter: Classic-Rock, Folkpop und eine Menge Live-Atmosphäre finden sich auf dem mittlerweile sechsten Studioalbum der Band. Knapp zehn Minuten und vier Songs kürzer ist „Circuital“ als der Vorgänger „Evil Urges“. Das ist aber nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden letzten Alben von My Morning Jacket. Rock-Balladen, Folkpop und Vogelzwitschern machen das neue Werk des Quintetts zu einer stimmigen, konsistenten Fortführung ihres musikalischen Schaffens. Jim James hat sein Wort gehalten.(Quelle: Mephisto) Tracklist: 01 Victory Dance 02 Circuital 03 The Day Is Coming 04 Wonderful (The Way I Feel) 05 Outta My System 06 Holdin' On To Black Metal 07 First Light 08 You Wanna Freak Out 09 Slow Slow Tune 10 Movin' Away Clip: Circuital

Hazmat Modine - Cicada

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Hazmat Modine, was soviel bedeutet wie brandgefährliches Material, ist die lebende Definition der amerikanischen Roots Music, dem Blues. Kontinuierlich auf der Suche nach neuen Innovationen, begibt sich die in New York ansässige Band um Mastermind Wade Schuman auf ihrem aktuellen Album 'Cicada' auf eine Reise zum Kern der amerikanischen Musik. Wie die Zikade, die nymphengleich in der Erde lebt, um dann singend für eine kurze Zeit an die Oberfläche zu dringen, ist die Musik von Hazmat Modine erdig und eins mit den Ursprüngen der amerikanischen Musik, während sie, wie Frank Zappas Mothers Of Invention, in rätselhafte, jenseitige Welten vordringen. Schumanns intensiver Gesang, seine Gitarre und seine diatonische Mundharmonik geben den Ton in den 14 Songs auf 'Cicada' an. Eine Bläsersektion sowie Gitarren und Perkussion sorgen für den mitreißenden Groove. Zusätzlich klinken sich die Sängerin Natalie Merchant und die Gangbé Brass Band in "Child Of A Blind

Blackmail - Anima now

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Da sind sie wieder. Fast als wäre nichts gewesen meldet sich die Koblenzer Alternative-Rock-Institution Blackmail mit „Anima Now!“ zurück. Trotz der nicht eben freundschaftlichen Trennung von Sänger und Gründungsmitglied Aydo Abay. Oder vielleicht gerade deswegen. Die Gebrüder Ebelhäuser und Schlagzeuger Mario Matthias haben jedenfalls Ersatz für ihren Frontmann gefunden: Mathias Reetz heißt der Mann und er macht es Blackmail-Fans leicht: Allzu sehr umgewöhnen muss man sich nicht. Den kraftvollen Tenor seines Vorgängers intoniert auch der Neue fehlerfrei; klingt ähnlich, aber doch nicht zu sehr nach Kopie. Das vorweg. Bis echtes Blackmail-Feeling aufkommen will, dauert es aber trotzdem eine Weile - bis zum Beginn des zweiten Songs genau genommen. Denn der Opener „Resonant Wave“ geht zwar mit abgehacktem Beat, kernigen Gitarren und dynamischer Vielfalt gut nach vorne, wird aber von der ersten Single „Deborah“ klar in den Schatten gestellt: ein sperriger 7/4-Takt, ein mon

The Airborne Toxic Event - All at once

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Elf akustische One-Shot-Clips kündigten "All At Once" an und elf gelungene, klassische Poprock-Tracks befinden sich auch darauf - da wippt das Herz. Positiver Wahnsinn spiegelt sich in den Texten der Band wider. So nimmt sich Frontmann Mikel Jollett im Titelsong und Opener gleich einen kompletten Lebensablauf vor. Und auch die musikalische Untermalung wächst in feinster Stadionrock- und vom Debüt bekannter Manier mit den Erfahrungen des Lebens und sackt am Ende in sich zusammen. Treibend schreitet die Platte mit "Numb" voran, um sich den für Bandverhältnisse überraschend heiteren "Changing" zu widmen. Eine kleine Synthie-Spielerei leitet den stimmungsvollen Track ein, bevor das stampfende Schlagzeug den Hörerkopf automatisch zum Wippen bringt, oder gar den Körper zum Ausdruckstanz verleitet. Weniger einen Ausdruckstanz, dafür eher schwelgendes Schunkeln dürfte das Bild zu der gefühlvollen Ballade "All For Woman" hervorrufen, das sic

Ja Panik - DMD KIU LIDT

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Zehn Tage lang hat sich die Gruppe Ja, Panik für ihr viertes Album mit Produzent Moses Schneider in ein Studio eingesperrt, um dort live mit einer unfassbaren Intensität ein episches Album einzuspielen, das mindestens den bisherigen Höhepunkt dieser noch so jungen Ausnahmeband darstellt. Und nur selten wurde die Bedeutung eines Titels schon im Vorfeld einer Plattenveröffentlichung so diskutiert, wie es bei DMD KIU LIDT der Fall ist. Aber spätestens wenn Sie das Titelstück gehört haben, in dem uns DMD KIU LIDT erscheint wie ein auf sich alles reimendes Schlumpfwort aus Himmel und Hölle, ja spätestens dann stellt sich garantiert nicht mehr die Frage nach der Bedeutung, sondern nur noch nach dem was bleibt. Vielleicht ist es Andreas Spechtl und seiner Band Ja, Panik auch nur deshalb gelungen, sich aus der einst noch so verkopften Zitaten- und Referenzhölle zwischen Dylan (international) und Falco (national) zu befreien, weil man einen Titel gewählt hat, den es so noch nie

Royal Bangs - Flux outside

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Flux Outside ist das dritte Album der amerikanischen Rockband Royal Bangs. Nach eigenen Aussagen gehen sie mit ihrem neuem Album zurück zu den Ursprüngen von unverbrauchtem und ehrlichem Rock, zurück zu dem Gedanken von früher: Drei Jungs, die aus Liebe zur Musik zusammen hockten und auf ihren Instrumenten spielten. “This record is not just another in a progression of little steps forward. It’s something different”, sagt Frontmann Ryan Schaefer. Herausgekommen ist – nachdem die Jungs sich von zwei der fünf Mitglieder getrennt haben – ein erfrischendes, eingängiges Album, das teilweise an die alten The Thermals erinnert. Tracklist: 01 – Grass Helmet 02 – Fireball 03 – Back Then It Was Different 04 – Triccs 05 – Bull Elk 06 – Bad News, Strange Luck 07 – Loosely Truthing 08 – Faint Obelisk Two 09 – Silver Steps 10 – TV Tree 11 – Dim Chamber 12 – Slow Cathedral Melt Clip: Fireball

Unkle - Another night out

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Bei dem Album “Where Did The Night Fall – Another Night Out” handelt es sich um eine Wiederveröffentlichung von “Where Did The Night Fall”, dem 2010er-Erfolgsalbum der britischen Elektroniker Unkle, zu deren aktuellen Lineup neben James Lavelle Pablo Clements (Ex-Psychonaut), James Griffith (Unkle-Live-Band), James’ Bruder Aidan Lavelle und Joel Cadbury (ehemals South) gehören. Als Gastsänger wirken unter anderem Mark Lanegan, Sleepy Sun, The Black Angels und Katrina Ford (TV On The Radio) mit.Auf der ersten CD von “Where Did The Night Fall – Another Night Out” finden sich die Songs des regulären Albums, die zweite CD enthält Titel von den zwei vorangegangenen EP-Veröffentlichungen, u.a. der just erschienenen EP “Only The Lonely”. Auch hier gibt es wie gewohnt illustre Gäste, mit dabei sind u.a. Nick Cave, Gavin Clarke und Liela Moss (The Duke Spirit) sowie exklusive und rare Tracks.(Quelle: hurricanebar) Tracklist: CD 1: Where Did The Night Fall 01. Nowhere 02. Follow Me Down (f

Sergent Garcia - Una Y Otra Vez

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Nach fünf Jahren Abstinenz ist der franko-baskische Erfinder des Salsamuffin zurück. Diesen Stil, den er aus Salsa, Ragga, Reggae und HipHop nach wilder Punkvergangenheit zusammengeschweisst hat, klingt auch noch fünfzehn Jahren nach seiner Taufe taufrisch: Der Wahlpariser, der sich als Alter Ego Zorros feisten Gegenspieler gewählt hat, taucht mit vorrangig Gästen aus Kolumbien ein in die Electro-Cumbia, packende Salsa Colombiana und afro-pazifische Traditionen, koppelt diese neue Welt mit Boogaloo, Roots Reggae, Bolero und Rumba. It`s a wild Latin thing! (Quelle: Rolling Stone) Tracklist: 1. Una Y Otra Vez ( ) 4’00” 2. Yo Soy Salsamuffin ( ) 3’54” 3. Chacun Son Combat ( ) 4’13” 4. Ojos Inocentes ( ) 3’30” 5. Mi Son Mi Friend ( ) 4’15” 6. Meme Si ( ) 4’18” 7. Vastio De Agua ( ) 4’35” 8. El Baile Del Diablo ( ) 4’00” 9. En Mi Mochila ( ) 4’32” 10. Brujeria ( ) 4’45” 11. Bolero Nuevo ( ) 5’14” 12. To Mi To Mi ( ) 3’44” 13. Acho Bai Bai ( ) 4’07” 14. En El Domino ( ) 1’38

Say Hi - Um Uh Oh

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Eric Elbogen kombiniert wunderbar lässigen Indierock mit Lo-Fi. Darüber hinaus gehört vor allem seiner Stimme nicht nur wegen ihrer Ähnlichkeit zu Win Butler von Arcade Fire Aufmerksamkeit geschenkt. Stellt The Strange Death Of Liberal England die Britpop-Alternative zu Arcade Fire dar, so ist Say Hi eine Lo Fi-Variante. Nicht nur wegen der Kombination “Solomusiker/Band” erinnert mich Say Hi an die Eels. Eric Elbogen erscheint etwas weniger verschroben als Mark Oliver Everett, aber musikalisch weisen beide in die gleiche Richtung. “Um, uh oh” ist keine Offenbarung aber ein ungemein gefälliges, entspanntes und empfehlenswertes Indierock-Album mit einigen Songs, die sich im Kopf einnisten.(Quelle: Platten vor Gericht) Tracklist: 01 – Dots On Maps 02 – Devils 03 – All The Pretty Ones 04 – Take Ya’ Dancin’ 05 – Posture, Ect. 06 – Sister Needs A Settle 07 – Lookin’ Good 08 – My, How It Comes 09 – Shiny Diamonds 10 – Handsome Babies 11 – Trees Are A Swayin’ 12 – Bruises To P

This will destroy you - Tunnel blanket

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Die Texaner vereinen Vehemenz mit sparsamem Ideeneinsatz und zeigen bei aller intensiven Atmosphäre, dass sie es eigentlich noch viel besser könnten. Es gibt wohl kaum eine Band im instrumentalen Post-Core, die höchstmögliche Intensität in der Performance trotz mindestens ebenso exorbitanter Ideenarmut zu erzeugen vermag wie This Will Destroy You. Auch auf ihrem zweiten Album führen die Texaner sparsam ausformulierte, wohlbekannt mäandernde Genretraditionen mit präzise gesetzten Ausbrüchen schierer Vehemenz zusammen und erschaffen so ein kaskadierendes Klangbild zwischen weltenmüder Sentimentalität und karstiger Verzweiflung. Das erzeugt zwar durchaus Atmosphäre und funktioniert auch als Katalysator zur Mini-Katharsis, wenn Mogwai oder 65daysofstatic mal gerade nicht können. Als Alleinstellungsmerkmal dient die Konzentration auf das Wesentliche und Bewährte leider nur bedingt, wenn sich ganze Heerscharen von Mitbewerbern auf ebendieses Basale oft deutlich kreativer berufen. Das Poten

Los lonely boys - Rockpango

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Da muss eine saucoole Band erst sechs Alben in den Staaten veröffentlichen, um dann mit Album Nummer sieben endlich auch in Europa durchstarten zu können? Da läuft doch irgendwie was falsch. Das Trio um die Garza-Brüder stammt aus San Angelo, Texas und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt mit großartigem Latin-Rock zu versorgen, der oftmals aber auch Genre wie Blues, Country und Southern streift. Henry (Guitar), Jojo (Bass) und Ringo (Drums) schütteln dabei gerne wunderbar eingängige Melodien aus den Ärmeln und konnten so in den Staaten bisher drei Millionen Alben absetzen, wobei die sehr erfolgreiche Single 'Heaven' sicherlich der Grund des Umsatzes war. Nun hat die Band mit "Rockpango" ihr neues Werk eingespielt und versucht damit endlich auch Europa zu überzeugen. Dabei setzt die Truppe natürlich auf ihre alten Stärken wie einfühlsame Melodien und viel Eingängigkeit. Dies, finde ich, gelingt ihr aber gerade auf dem neuen Album nicht so gut wie auf den Alben

Oh no oh my - People Problems

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2004 in Austin / Texas gegründet, sorgte die Formation OH NO OH MY bereits mit ihrem (Demo-)Song 'Walk In The Park' für mächtigen Wirbel in der amerikanischen Indieszene, überschlugen sich diverse Blogs und Magazine mit überschwenglichen Lobeshymnen. Seitdem bewies das Quartett, das bereits mit Acts wie GNARLS BARKLEY, QUEENS OF THE STONE AGE, MEW, THE FLAMING LIPS und DAFT PUNK tourte, mit seinem gleichnamigen Albumdebüt (2006) sowie zwei veröffentlichten EPs (Between The Devil And The Sea, Dmitrij Dmitrij) eindrucksvoll die Richtigkeit der in sie gesetzten Hoffnungen. Mit People Problems legen die vier extrem versierten Multiinstrumentalisten nun mächtig nach und präsentieren voller überbordender Kreativität und Spielfreude einen facettenreich catchigen Mix aus Power- / Baroque - Pop und Folk. Versehen mit kunstvollen Streicher- /Keyboard - Arrangements und mehrstimmigem Harmoniegesang bewegen sie sich dabei auf den 12 Tracks des Albums kompositorisch perfekt zwischen sanft m

Hugh Laurie - Let's them talk

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Nachdem Laurie schon als gefeierter Serien-Darsteller und Bestseller-Autor ("Bockmist") seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte, geht er jetzt mit ähnlicher Inbrunst und Professionalität seiner dritten Passion nach: der Musik. Seit seiner Kindheit hegt der Tausendsassa nämlich nicht nur ein Faible für Schauspielerei und Literatur, sondern auch für Blues und Soul. Als er im Radio "I Can’t Quit You Baby" von Willie Dixon hört, ist es um ihm geschehen. Mit 52 Jahren hat der Multiinstrumentalist nun endlich die Muße gefunden, einen dritten Karrierepfad einzuschlagen Auf seinem Erstlingswerk "Let Them Talk" huldigt Laurie in erster Linie dem New-Orleans-Blues. Und er verfügt über belastbare Kontakte: Als Produzenten gewann er Joe Henry, eine Ikone seines Fachs, die auch schon mit und für den kürzlich verstorbenen Solomon Burke, Ani DiFranco, Elvis Costello und Loudon Wainwright III arbeitete. Gute Voraussetzungen also, aber eine Frage hing trotzdem von Anfa

Thomas D - Lektionen der Demut 11.0.

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Thomas D erfand im Jahr 2001 eine Kunstfigur: Reflektor Falke. Jener König der Narren, wie er sich selbst definiert, wollte die Menschen unterhalten und sie doch hinweisen auf ihre Missgriffe. Einer, der sich gleichförmig rappend alles erlaubte, der keine falsche Rücksicht nehmen wollte. Reflektor Falke, Soloprojekt des Thomas D, der sonst bei den Fantastischen Vier auf der Bühne steht, erteilte 'Lektionen in Demut'. Heute veröffentlicht er die gleichen Texte noch einmal in neuem musikalischen Gewand.Die Zeit, so scheint es, heilt alle Wunden. Auch bei ihm.Denn wo vor zehn Jahren pure Depression herrschte, wo Hoffnungslosigkeit sich durch jeden Song zog, hat sich heute manches verändert. Auf dem Planeten des ewigen Regens' schlich in Zeitlupe, verstört, durch einen sichtbaren Urwald. 2011 klingt das viel positiver, die - übrigens echten - Geigen haben nichts Bedrohliches, Thomas D steht da mit breiter Brust, aufrecht, artikuliert deutlich, nicht wie ein geprügelter Hund, de

Frida Gold - Juwel

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Seit Monaten werden Frida Gold mit reichlich Bohei als deutsche Pop-Hoffnung herumgereicht. Sie waren bei The Dome, im Vorprogramm von Kylie Minogue, zu Gast in Radiosendern, Fahrstühlen und Autogrammstunden bei Saturn. Nur über die Promo-Hölle erfolgt der Aufstieg in den Pop-Himmel. weiterlesen Dabei stürzen sich die Medien weniger auf die Songs der Band aus Nordrhein-Westfalen als vielmehr auf die talentierte Sängerin Alina Süggeler. Sie soll zum Popstar aufgebaut werden und gleichsam als Stilikone die Sterntaler aufsammeln. Kein Zweifel, Süggeler ist Frida Gold. Im Video zu "Zeig Mir, Wie Du Tanzt" ist ihre Band nicht viel mehr als Staffage, die bald dem Rotstift zum Opfer fallen dürfte. Deshalb klingt "Juwel" auch mehr nach Kylie als nach Wir Sind Helden, mehr nach Outfit und großer Show als nach innerer Haltung. Schon der Text von "Morgen" kann einem gleichgültig sein, der elektrifizierte Popsong ist dagegen mit seinem Cafe Del Mar-Vibe wirklich sp

Black as chalk - Halations

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Das selbstbetitelte Debütalbum der Göttinger Band Black As Chalk konnte im November vergangenen Jahres nicht so richtig überzeugen. Umso verwunderter durfte man nun sein, dass das Quartett bereits ein halbes Jahr später ein Nachfolger präsentiert. „Halations“ ist ein Indiemonster, emotional zerfressen und mit wütenden aber zynischen Texten versehen ... zumindest wenn man dem Promozettel glauben schenken mag. Ganz so euphorisch sollte man das zweite Album von Black As Chalk aber nicht abfeiern. Die Band ist besser geworden, keine Frage, aber sie kann sich immer noch nicht dazu entscheiden, ob sie nun dem Pop oder einem gewissen Tiefgang den Vorrang geben möchte. Aber so ziellos wie das Vorgängeralbum ist die Gesamtsituation auf „Halations“ nicht mehr. „I Do“ postrockt ganz ordentlich und gefällt als Opener. „The Cloven Boy“ und „Weird Lovemakers“ biedern sich zwar der Indie-Szene unauffällig an, machen beim Hören und beim Fußwippen aber ziemlich viel Spaß. Und wären da nicht ein paar

I'm from Barcelona - Forever today

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Bewundernswert, wie Großfamilien in ihrem inneren Zirkel funktionieren. Ihre Absprache- und Planungskünste ähneln denen eines Kleinunternehmens. Und I'm From Barcelona sind zweifelsohne eine Großfamilie. Bis zu 27 Mitglieder hat das Projekt immer noch, und jedes einzelne trägt ein Scherflein zum Ge- oder Misslingen bei. Wie zum Beweis veröffentlichten sie ein Triple-Vinyl mit 27 Songs, zu dem jedes Mitglied einen Track und ein Miniatur-Cover beisteuerte. Verpackt war das Ganze in eine Hülle, auf der Auszüge aus dem Mailverkehr innerhalb der Band zu lesen waren. Durchaus anheimelnd also, wenn die Nadel aufsetzt. Fehlte eigentlich nur der persönliche Home-Vinyl-Service. Ein reguläres Album war es freilich nicht. Das ist "Forever today". Die ungeteilte Aufmerksamkeit ist bei solchen Aktionen gut aufgehoben, nicht aber in der Musik. I'm From Barcelona stecken nach "Who killed Harry Houdini?" weiter im Mittelmaß und treten auf der Stelle. Keine Frage: das ist h

Dredg - Chuckles And Mr. Squeezy

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Dredg sind Segen und Fluch zugleich, wenn sie sich wie auf "Chuckles And Mr. Squeezy" weiter ihrer chamäleonartigen Lebensgewohnheit hingeben. Sie huldigen den 80ern und dem Dark Pop in so strenger Weise, dass es schier blasphemisch erscheint, die Handstreiche "Leitmotif", "El Cielo" oder "Catch Without Arms" als gemeinsamen Nenner anzuführen. weiterlesen Aufschlussreiche Symbolkraft für die Radikalkur trägt das elektronische Kinder-Lernspielzeug "Speak & Spell", das seinen Dienst an der Platte tut. Bassist Drew Roulette hat hervorgekramt, was Kraftwerk auf "Computerwelt" und Depeche Mode auf ihrem Einstand "Speak & Spell" im Jahr 1981 vergessen haben. Dabei geht es weniger um den Nippes-Einsatz als die nostalgische Losung, sich mit diesem Album drei Dekaden rückwärts zu drehen. Produzent Dan The Automator (Kasabian, Gorillaz) spornte das Bay Area-Quartett zu dem Trip-Hopper "The Tent", dem feier

Six Organs Of Admittance - Asleep on the Floodplain

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Seit 1998 veröffentlicht der Songwriter und Gitarrist Ben Chasny aka Six Organs Of Admittance wunderbare New Folk Platten. Er arbeitete zusammen mit Devendra Banhart, Current 93, Magik Markers, Sunn O))) u.a. Auf seinem neuen Album "Asleep On The Floodplain" greift er wieder auf seine bewährte Home Recording Methode zurück, dabei halfen ihm auch Elisa Ambrogio, Catherine Keller und Gaston Bachelard Tracklist: 1. Above A Desert I'Ve Never Seen 2. Light Of The Light 3. Brilliant Blue Sea Between Us 4. Saint Of Fishermen 5. Hold But Let Go River Of My Youth 6. Poppies 7. S/Word And Leviathan 8. A New Name Name On An Old Cement Bridge 9. Dawn, Running Home Clip: Hold But Let Go

Cassandra Steen - Mir so nah

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…mit “Mir so nah” erscheint nun Steens drittes Album auf dem sie ihr latent traurigen Unterton weglässt. Schon auf ihrem zweiten Album “Darum leben wir” ging es freundlicher zur Sache, aber die Melancholie blitzte auch hier wieder durch. Das neue Album ist ihr erstes Werk, das mehr oder weniger aus freundlichen Dur-Akoorden besteht. Dieses neue Selbstbewusstsein hat freilich auch mit dem Erfolg der letzten 24 Monate zu tun. ECHO-Gewinnerin 2010 in der Kategorie “Künstlerin National Rock/Pop”, Platin für die Single “Stadt”, dem größten deutschsprachigen Radiohit 2009, Gold für das Album “Darum Leben Wir”.Für ihr neues Album hat sich Steen erstklassige Unterstützung geholt. So ist z.B. Adel Tawil mit von der Partie. Vier Stücke sind in engem künstlerischen Austausch mit ihm entstanden, darunter auch die erste Single „Gebt alles“, eine entwaffnende Ode an den Optimismus und den Wagemut, die am 01. April veröffentlicht wird. Hinzu kommt die fast schon obligatorische Zusammenarbeit mit Xavi

Steve Miller Band - Let your hair down

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Geschlagene 17 Jahre hat es gedauert bis die STEVE MILLER BAND nach “Wide River” wieder ein Album aufgenommen hat, angeblich aufgrund des getrübten Verhältnisses Millers zur Musikindustrie. Doch im vergangenen Jahr kündigten die Blues Rock-Legenden mit “Bingo!”, einem Cover-Album, endlich ihre Rückkehr an, die nun mit dem ersten eigenen neuen Album “Let Your Hair Down” vollendet werden soll. Und schnell wird beim Hören dieser Platte klar, dass Steve Miller sich noch verdammt gut an sein früheres Erfolgsrezept erinnert. Geboten wird auf “Let Your Hair Down” gemütlicher, häufig groovender und vor allem unglaublich sympathischer Blues Rock, überwiegend getragen von Millers Gitarre, die sich erfrischend, zwanglos und irgendwie warm und behaglich durch die Gehörgänge schmeichelt, und seinem ebenso locker-coolem Gesang, der meiner Meinung nach aber etwas gleichförmig und nüchtern daher kommt. Geschmückt werden die zehn Titel durch Norton Buffalos Mundharmonika, zu hören sind hier übrigens d

Ron Sexsmith - Long player late bloomer

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Er kommt aus dem Land, das uns Leonard Cohen, Joni Mitchell und Rufus Wainwright schenkte, und er ist der, den man im Englischen einen "songwriters songwriter" nennt - Ron Sexsmith. Elton John sagte einst über den Kanadier, er hätte die Stimme eines Engels, und Nick Hornby nannte ein Buch nach einem seiner Songs. Bruce Springsteen, Elvis Costello, Bob Dylan sind bekennende Fans, und mit Chris Martin und Michael Bublé sang er jeweils im Duett. Keine Frage, Ron Sexsmith ist einer der Großen seiner Zunft. "Long Player Late Bloomer" ist das elfte Album des schüchternen Stars. Produziert wurden die 13 Songs von Bob Rock (Metallica, Bon Jovi, Michael Bublé) in Los Angeles, Toronto und Vancouver. Mit dabei war eine Riege bekannter Studiomusiker wie Gitarrist Rusty Anderson (Paul McCartney), Bassist Paul Bushnell (Elton John), Keyboarder Jamie Edwards (Aimee Mann) und Schlagzeuger Josh Freese (Devo, Nine Inch Nails). Die Aufnahmen zu diesem Album wurden übrigens im prämiert